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Rotlichttherapie bei Narben

Rotlichttherapie bei Narben

Rotlichttherapie bei Narben

Narben entstehen, wenn die Haut sich nach einer Wunde, Operation oder Entzündung selbst repariert. Dabei bildet der Körper neues Bindegewebe, das aber oft anders aussieht als die ursprüngliche Haut: dicker, röter, tiefer oder erhabener. Rotlichttherapie kann diesen Heilungsprozess beeinflussen, sowohl während der Heilung als auch bei bestehenden Narben.

Wie Rotlicht auf Narbengewebe wirkt

Die Rotlichttherapie stimuliert Fibroblasten, in der frühen Phase der Wundheilung Typ-III-Kollagen zu produzieren. Dieses Kollagen ist flexibler und stärker als das Kollagen, das normalerweise bei der Narbenbildung produziert wird, was zu einem funktionell und ästhetisch besseren Ergebnis führt.

Darüber hinaus spielt die Entzündungshemmung eine wichtige Rolle. Durch die Modulation der Entzündung kann die Rotlichttherapie dazu beitragen, die übermäßige oder unkontrollierte Kollagenproduktion, wie bei hypertrophen Narben oder Keloiden, zu reduzieren.

Auf zellulärer Ebene funktioniert es wie folgt: Die Mitochondrien in den Hautzellen werden aktiviert, wodurch mehr ATP produziert wird. Diese zusätzliche Zellenergie beschleunigt die Geweberegeneration und verbessert die Durchblutung, sodass mehr Sauerstoff und Nährstoffe den geschädigten Bereich erreichen.

Welche Narbentypen reagieren am besten?

Nicht jede Narbe reagiert gleich. Dies ist die entscheidende Unterscheidung:

Frische Narben (bis zu 6 Monate alt) reagieren am stärksten. Die Haut ist noch aktiv in der Heilung, und Rotlicht kann den Heilungsprozess direkt steuern. Das Ergebnis ist in der Regel eine glattere, weniger erhabene Narbe.

Atrophische Narben, wie Aknenarben mit Vertiefungen oder Dellen in der Haut, profitieren von der stimulierten Kollagenproduktion. Forscher kamen in einer Studie aus dem Jahr 2018 zu dem Schluss, dass die Rotlichttherapie Narben sichtbar reduzierte.

Hypertrophe Narben, verdickte rote Narben, die innerhalb der Wundränder bleiben, sprechen gut auf die entzündungshemmende Wirkung von Rotlicht an. Studien zeigen, dass Rotlicht pro-inflammatorische Prozesse hemmen kann, wodurch Rötungen und Schwellungen um Narben herum abnehmen, und dass es zur Bildung von stärkerem, flexiblerem Kollagen beiträgt, was Narben weniger steif und sichtbar macht.

Chirurgische Narben sind gut behandelbar, besonders wenn man frühzeitig beginnt, sobald die Wunde vollständig geschlossen ist.

Keloide sind die schwierigste Variante: Sie wachsen über die ursprünglichen Wundränder hinaus. Rotlicht kann ihr weiteres Wachstum möglicherweise durch Entzündungsmodulation hemmen, aber hier sind weniger dramatische Ergebnisse zu erwarten als bei den anderen Typen.

Frische versus alte Narben

Je älter eine Narbe, desto langsamer reagiert sie. Das bedeutet aber nicht, dass eine Behandlung sinnlos ist. Auch ältere Narben können durch Rotlichttherapie erheblich verblassen, da sie die Durchblutung verbessert und die Kollagenstruktur allmählich reorganisieren kann. Es erfordert lediglich mehr Geduld und Konsequenz.

Wie wendet man es an?

Beginnen Sie erst mit der Behandlung, sobald die Wunde vollständig geschlossen ist. Auf einer offenen Wunde ist Rotlichttherapie nicht geeignet. Verwenden Sie Wellenlängen im Bereich von 630 bis 660 nm für eine oberflächliche Hautreaktion, gegebenenfalls ergänzt durch Nahinfrarot um 830 nm für tieferes Gewebe bei dickeren Narben.

Halten Sie das Panel 10 bis 30 cm von der Haut entfernt, behandeln Sie 10 bis 20 Minuten pro Sitzung und wiederholen Sie dies 3 bis 5 Mal pro Woche für optimale Ergebnisse. Tragen Sie Augenschutz, wenn Sie das Gesicht behandeln.

Die Ergebnisse stellen sich allmählich ein. Rechnen Sie mit 4 bis 8 Wochen, bevor Sie einen deutlichen Unterschied sehen, insbesondere bei älteren Narben.

Sicherheit

Rotlichttherapie ist bei Narben für fast jeden sicher. Es wird keine UV-Strahlung freigesetzt und die Behandlung schädigt die Haut nicht. Im Zweifelsfall über die Art einer Narbe oder wenn Sie Medikamente einnehmen, die Sie lichtempfindlich machen, konsultieren Sie zuerst einen Dermatologen.

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